Praxis Proktologe und Chirurg München

Inkontinent oder Hämorrhoiden?

Über Inkontinenz spricht kaum jemand, über Stuhlinkontinenz noch viel weniger. Dass Abhilfe und bessere Lebensqualität manchmal einfacher als gedacht in greifbarer Nähe ist, wissen viele nicht.

Wie funktioniert der Enddarm und der Schliessmuskel?

Für die Stuhlspeicherung und Stuhlentleerung ist der Enddarm zuständig und befindet sich zwischen den Beckenknochen, umgeben von Fettgewebe und Muskulatur. Das Gebilde hat einen trichterförmigen Aufbau. Gesteuert wird die Entleerung durch den Mastdarm (Rektum) und den Schließmuskel, der wiederum aus 2 Muskeln besteht. Der innere Schließmuskel hält überwiegend den Stuhl zurück.

Er arbeitet, kontrahiert sich unbewusst. Er sorgt den ganzen Tag über für Dichtigkeit, ohne dass wir etwas davon merken. Der äußere Schließmuskel wird bewusst angespannt und entspannt, um die Stuhlentleerung in Gang zu setzen, zu unterbrechen oder zu beenden.

Wie unterstützen die Hämorrhoiden diesen Prozess?

Ihre Aufgabe ist die Feinkontinenz, heißt Abdichtung des Enddarmes gegen Flüssigkeit und Luft. Das tun sie in Form eines „Hämorrhoidalpolsters“, eines Dichtungsringes unter der Schleimhaut. Die Hämorrhoiden füllen sich mit Blut, um so den Darmausgang abzudichten und beim Toilettengang schwellen sie ab. Der Stuhl kann so entweichen.

Für eine perfekte Kontinenzkontrolle und steuerbare Entleerung, ist auch die Schleimhaut wichtig. Über Nervenbahnen gibt sie permanent Informationen über den Füllungszustand des Mastdarmes an das Gehirn weiter.

Hämorrhoiden Darstellung Praxis Proktologe Chirurg Dr Florian Wittig

Aber was ist also Inkontinenz?

In diesem Fall „Stuhlinkontinenz“ ist die Unfähigkeit, die Stuhlentleerung bewusst zu kontrollieren.

Hier gibt es verschiedene Stufen:

  • Grad 1: Inkontinenz für Luft und Schleim
  • Grad 2: Inkontinenz für flüssigen Stuhl
  • Grad 3: Inkontinenz für festen Stuhl

Es gibt aber neben diesen Stufen auch Stuhlschmieren, was nicht in den genannten Graden unterzubringen wird, von vielen Patienten aber als Inkontinenz empfunden wird: Nach dem Stuhlgang schmiert es noch schleimig und bräunlich nach und die Unterhose bekommt einen schmutzigen „Bremsstreifen“. Man braucht sehr viel Toilettenpapier um den Po zu säubern und bald ist die Poritze schon wieder schmutzig…. Sehr unangenehm, eben undicht, ….inkontinent….

Diese nicht klassifizierbare „Inkontinenz“ liegt aber nicht am Schließmuskel, sondern an vergrößerten Hämorrhoiden, die – wie ein ausgeleierter Dichtungsring – nicht mehr richtig abdichten. Bei Stuhlschmieren handelt es sich also um eine Scheininkontinenz.

Viele Faktoren spielen bei der Entstehung der Inkontinenz eine Rolle. Zum Beispiel falsche Essgewohnheiten, Stuhlgewohnheiten, angeborene Bindegewebsschwäche und auch Nahrungsmittelintoleranzen etc. Auch die Lebenseinstellung kann Einfluss haben.

Warum also inkontinent?

Es gibt verschiedene Ursachen:

  • muskuläre Ursache:Eine Defekt des Schließmuskelapparats oder des Schließmuskels
  • Neurogene-sensorische Ursache:Der Schließmuskelapparat und Schließmuskel ist intakt. Hier ist die Ursache oft eine Schädigung der Nerven
  • Anatomische Ursache: z.B. durch Beckenbodensenkung. Dadurch kann die Gesamtstruktur den Halt nicht mehr gewährleisten.
  • Traumatische Ursache: z.B. Schließmuskelverletzung im Rahmen schwerer Entbindung
  • Seltene Ursache wie Überlaufinkontinenz:?Durch einen erhöhten Schließmuskeldruck wird der Stuhl nicht komplett entleert. Der Stuhlrest verbleibt im Mastdarm und dieser läuft über.
  • Ursache reduzierte Darmlänge:?Veränderung der Kapazität des Darms aufgrund einer Verkürzung z.B. Krebsoperationen
  • Vergrößerte Hämorrhoiden führen zu Scheininkontinenz (Sekret tritt aus und verursacht Stuhlschmieren, Vorfall von feuchter Analschleimhaut verursacht zusätzlich Feuchte und Undichtigkeitsgefühl) Dies ist eine häufige Ursache für die Vorstellung beim Arzt wegen angeblicher Stuhlinkontinenz.

Was kann man also tun?

Wichtig ist, herauszufinden ob eine „richtige“ Inkontinenz oder Scheininkontinenz vorliegt, durch eine Vorstellung beim Spezialisten.

Was macht der Proktologe?

Die Untersuchung des After und des umgebenden Gebietes ist natürlich die Basis, um eine Diagnose stellen zu können. Der Proktologe tastet mit den Finger die Hämorrhoiden ab und untersucht den Analkanal durch eine Spiegelung (Proktoskopie).

Das ist wichtig, um auch schwerwiegendere Enddarmerkrankungen auszuschliessen.

Diese Untersuchung dauert in der Regel nur ein paar Minuten und ist auch nicht schmerzhaft.

Um so entspannter der Patient ist, um so einfacher ist die Untersuchung. Das ist natürlich leicht gesagt. Manchmal kann man den Muskel aus diversen Gründen nicht entspannen. Dann ist die Untersuchung auch in einer leichten Narkose möglich.

Wie bei Hämorrhoiden geholfen wird, und das Prozedere funktioniert, haben wir hier beschrieben.


Ein schöner Po und Intimbereich – ästhetische Behandlungen in einer Tabuzone

Sich gut in unserer Haut zu fühlen, ist jedem ein wichtiges und auch verständliches Anliegen.
Ästhetische Operationen sind für uns deswegen mittlerweile alltäglich. Es geht nicht nur darum gut auszusehen, sondern sich gut zu fühlen! Dies trifft natürlich auch auf den Intimbereich zu. Für diejenigen, die uns hier Nahe kommen, wollen wir uns schön fühlen. Es ist ein Aspekt für erfüllte Sexualität und eine glückliche Partnerschaft.

Das Thema Intimchirurgie anzusprechen fällt vielen Menschen schwer. Sei es aus Scham oder aus Angst das intimste zu offenbaren, oder auf Unverständnis zu stossen.

Haemorrhoiden nackter Po - Proktologe Dr. Florian Wittig

Zu den häufigsten Fehlbildungen im Intimbereich gehören sogenannte Marisken, Hautfalten im Afterbereich und Verformungen von Schamlippen.

Die häufigsten Ursachen für Marisken sind geplatzter Adern am Darmausgang, nach einer Entbindungen, durch Pressen beim Kraftsport, nach ausgiebigem Alkoholgenuss oder bei Verstopfung.
Ein schöner Po und Intimbereich – ästhetische Behandlungen in einer Tabuzone

Marisken beeinträchtigen selten die Gesundheit, können aber durch Faltenbildung zu Irritationen und Ekzemen führen. Das verursacht nässen und Juckreiz. Patienten erwähnen oft, sich da durch unsauber fühlen.

Ob es sich um Marisken oder um andere Knoten am Darmausgang, wie Hämorrhoiden, Krebs, Feigwarzen etc. handelt sollte vorab immer mit einem Facharzt, in dem Fall einem Proktologen, abgeklärt werden.

Wie werden diese Hautfalten abgetragen?

Die Marisken werden so abgetragen, dass die Haut am Darmausgang möglichst glatt verheilt.
Dies geschieht mit dem Diathermiegerät; es wird Hitze derart auf die Haut appliziert, dass das Gewebe geschnitten werden kann und gleichzeitig Blutungen gestillt werden. Natürlich je nach Wunsch des Patienten unter lokaler Anästhesie oder einer leichten Vollnarkose.
Die Wunde bleibt offen, damit Sekret, also das Wundwasser, ablaufen kann und sich nicht entzündet. Dadurch verhindert man Infektionen im Afterbereich.

Was versteht man unter Intimchirurgie?

Die Chirurgie im Intimbereich hat meistens ästhetisch Hintergründe. Dazu gehören Schamlippenkorrektur und weitere Hautkorrekturen im angrenzenden Intimbereich.

Zu große, schlaffe, ungleiche Schamlippen können nicht nur das Selbstbewusstsein beeinflussen, sondern auch beim Geschlechtsverkehr stören.

Eine Korrektur kann daher wieder Normalität und Natürlichkeit in die Partnerschaft bringen. Manche Patientinnen befürchten in dem empfindlichen Bereich verletzt zu werden, zu vernarben und in der Sensibilität gestört zu werden.

Ängste zu besprechen ist wichtig. Vor jedem Eingriff, sollte der Patient immer wissen, was auf ihn zukommt. Ein entspannter und bewusster Umgang mit dem Eingriff erleichtert auch das Heilungsverfahren.

Wie ist der Ablauf einer Schamlippenkorrektur?

Beim ersten Termin erfolgt eine Untersuchung und ausführliche Beratung. Wichtig ist die individuelle Lösung: wie kann im Einzelnen geholfen werden? Sei es durch spezielle Pflege, Salbenbehandlung, oder die Frage ob in dem Fall eine Operation sinnvoll ist. DieWünsche des Patienten müssen immer berücksichtigt und abgewogen werden.

Ist eine Operation sinnvoll und gewünscht, wird diese in diskreter und angenehmer Atmosphäre ambulant in der Praxis durchgeführt. Auch hier wieder in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose.

Gewöhnlich dauert der Eingriff 30 bis 50 Minuten. Das überschüssige Gewebe wird durch feinen Hautschnitt und Diathermie, Wärmedurchdringung, abgetragen und der Defekt mit einer dünnen, selbstauflösenden Naht verschlossen.

Nach jeder Operation wird ein Kontrolltermin vereinbart um den Fortschritt des Heilprozesses zu verfolgen. Unsere Ärzte sind in der Zeit für die Patientinnen und Patienten telefonisch rund die Uhr erreichbar.

Sie haben noch Fragen zu dem Thema? Wir freuen uns über Ihre Email, Ihren Anruf und Anregungen.

 


Eine royale Analfistel und deren Folgen

Der Sonnenkönig ist einer der bekanntesten Regenten der Geschichte. Ganze 72 Jahre lang herrschte er als König von Frankreich. Um genau zu sein, von 1643 bis zu seinem Tod im Jahre 1715.

Bild von Maurisa Mayerle auf PixabayIn den Jahren seiner Regentschaft kommt er in den Genuss einer moderneren Welt: Vauban (französischer General und unglaublicher Festungsbaumeister: „Eine Stadt, die von Vauban belagert wird, fällt. Eine Stadt, die von Vauban verteidigt wird, ist uneinnehmbar!“ ), Le Nôtre (fantastischer und sehr berühmter Landschaftgärtner), La Fontaine (wer ist nicht mit seinen Fabeln aufgewachsen?) und so viele mehr.

Damals genossen die Chirurgen allerdings sehr wenig Ansehen. Operationen wurden nicht von Ärzten ausgeführt, sondern von Friseuren und Barbieren. Man verachtete sie wegen ihres verunreinigenden Kontaktes mit Blut. Durch den starken Einfluss der Kirche hielt sich das Verbot operativer Tätigkeit sehr lange.

Doch das 17. Jahrhundert bringt auch Änderungen in der „Medizin“. Zwar bleibt die Zweiteilung von Arzt und Chirurg, aber die Chirurgie beginnt allmählich sich zu emanzipieren. Auch die Proktologie war bis daher nicht eine Domäne, über die öffentlich gesprochen wurde, geschweige denn, dass sie von Medizinern betrieben wurde.

Seit Hippokrates unterliess man vor allem die gefährlichen Operationen von Analfisteln, da sie oft tödlich endeten. Als Ludwig der XIV ungefähr 50 Jahre alt ist, wird sein Fistelleiden immer dramatischer. 1686 klagt der König über „einen kleinen Tumor gegen das Perineum, neben der Raphé, zwei Kreuzfinger vom Anus, ziemlich tief, wenig berührungsempfindlich, ohne Schmerzen oder Rötungen, nicht pulsierend.

Es heilt nicht mehr ab und die Hofärzte des Sonnenkönigs sind überfordert

Monatelang sind Scharlatane am Hof und verkaufen ihre Tinkturen und Heilmittel. Nichts erlöst den armen Sonnenkönig und sein Zustand verschlechtert sich extrem. Da wagt der erste Chirurg (Ein riskantes Unternehmen. Wird nichts unternommen, stirbt der König. Aber wenn er während der Operation stirbt, ist es auch das Aus für den Chirurgen.

Wie „gut“, dass es so viele mehr Menschen mit dem Leiden gibt. Also geht er von Gefängnis zu Gefängnis innerhalb Frankreichs und operiert und probiert verschiedene Operationstechniken an den Gefangenen mit Analfisteln aus.

Er bemerkt schnell, dass die Instrumente eines Chirurgen essentiell für das Gelingen der Operation sind und zusammen mit einem Handwerker schaffen sie das erste gebogene Skalpell.Dank des Erfolges am 17. November 1686 erlebt die moderne Chirurgie endlich Anerkennung. Innerhalb von 2 Monaten kann Ludwig der XIV sogar wieder reiten. Für viele ist es vor ein Wunder und der Glaube, dass ein König von Gott bevorzugt wird. Für andere ist es endlich Hoffnung von einem Leiden geheilt zu werden.

bild von binh nguyen auf pixabay

Wussten Sie schon?

.. dass nach einer Legende die englische „god save the queen“ Hymne aus dieser wundersamen Genesung mit Texten von Madame de Brinon entstand sein soll?

..dass es damals Gang und Gäbe war, nebst Aderlass auch Einläufe regelmässig durchzuführen

.. dass Ludwig der XIV 2000 Einläufe (und 5000 Aderlässe) hatte


Analfissur – Akut oder Chronisch ist ausschlaggebend für die richtige Therapie

Analfissuren haben unterschiedliche Ursachen. Oft ist harter Stuhlgang oder Verstopfung aber auch starker Druck bei einer Geburt, oder Hämorrhoiden Ursprung einer Fissur. Diese Einrisse sind Schleimhautriss im Bereich des Afters sind befinden sich meist Richtung Steissbein hin.

Symptome einer akuten Fissur

sind starke Schmerzen (stechender Schmerz) begleitet von einer schwallartigen hellroten Blutung.

Die Heilungschancen mit konservativen also nicht-operativen Heilungswegen sind bei frischen Analfissuren sehr hoch. So können Salben das Leiden vollständig heilen.

Es besteht auch unter anderem die Möglichkeit Botox in den Schließmuskel zu spritzen.

Der Riss führt durch die Schmerzen oft auch zu einer  Verkrampfung des Schließmuskels und auch zu einem Fehlverhalten bzw. Vermeidungstaktik hinsichtlich des Toilettenganges. Dadurch kommt man leider in einen Teufelskreislauf, da sich der Stuhl wieder verdickt und zum erneuten Einreißen der Schleimhaut führen kann.

Besteht eine Fissur bereits länger als sechs Wochen und hat zu Vernarbungen geführt, spricht man von einer chronischen Fissur.

Symptome einer chronischen Fissur

sind Schmerzen, Verkrampfungen der Schließmuskulatur und wulstigem Narbengewebe, auch Analfibrom oder Analpolyp genannt.

Zudem können sich durch die ständig wieder aufreißende Wunde und dem Wundfluss unter Umständen auch Analekzeme oder sogar Abszesse bilden.

Bei einer chronische Fissur haben Salben oft nicht mehr den gewünschten Heilungseffekt haben und man muss daher auf eine Operation zurückgreifen.

Wichtig für die Heilung und Vermeidung von Fissuren sind Maßnahmen der Stuhlregulierung: Viel nicht alkoholhaltige Flüssigkeit zu sich nehmen, wenig Zucker und  ballaststoffreiche Nahrungsmittel.


Habe ich einen Tumor und Krebs?

Der Begriff „Tumor“ wird oft gleichgesetzt mit Krebs. In Wirklichkeit ist das Wort Tumor nur eine Beschreibung für Wachstum oder eine Schwellung. Ein Tumor kann Krebs sein, ist es aber in der Mehrheit der Fälle nicht.

Vor allem im Enddarmbereich kommt es zu Knotenbildungen aufgrund mannigfacher Ursachen; in den seltensten Fällen handelt es sich tatsächlich um Darmkrebs.

Eine plötzliche Schwellung im Enddarmbereich, die bei vielen Patienten auftritt, ist die häufige Analvenenthrombose, ein Blutgerinnsel in den Venen am Darmausgang. Diese Analvenenthrombose verursacht spannende, drückende Schmerzen und tritt oft nach Pressen, zum Beispiel bei Verstopfung oder auch gerne nach übermäßigem Alkoholgenuss auf. Die Analvenenthrombose ist typischerweise prall zu tasten, verschieblich und mit glatter Oberfläche.

Stark vergrößerte Hämorrhoiden (mindestens Grad II) können zum Beispiel beim Stuhlgang nach außen prolabieren und dann ebenfalls als Tumor zu tasten sein. Im Gegensatz zu oben beschriebenen Analvenenthrombose sind prolabierende Hämorrhoiden weich. Sie nässen, jucken und bluten.

Gelegentlich bilden sich auch Hautfalten am Darmausgang, sogenannte Marisken, infolge der Analvenenthrombosen. Diese Marisken sind manchmal verhärtet, vernarbt und neigen zu Entzündungen. Marisken können auch entstehen aufgrund einer anderen proktologischen Erkrankungen, die sich weiter in der Tiefe, im Darm abspielt, zum Beispiel Analfisteln oder Analfissur. In diesem Falle sind die Marisken überschießendes Narbengewebe, welches durch den Druck am Schließmuskel langsam nach außen wächst.

Warzen am Darmausgang tasten sich hart und Jucken. Häufige Warzen sind Feigwarzen (Condylome); sie werden in der Regel durch Sexualkontakte, in der Sauna oder auch zum Beispiel durch Benutzung des gleichen Handtuchs übertragen. Die auslösenden Keime (humanes Papillomavirus) überleben in Feuchtigkeit.

Bösartige Geschwülste am Darmausgang wachsen langsam, sind oft nicht schmerzhaft und bluten beim Stuhlgang. Sie sind im Gegensatz zur oben beschriebenen Analvenenthrombose von unregelmäßiger, höckeriger Oberfläche und wachsen in die Tiefe des Gewebes, sind deswegen nicht verschieblich.

Auch Ärzte, die nicht häufig proktologische Erkrankungen sehen, verwechseln manchmal Analvenenthrombosen mit Hämorrhoiden oder sogar mit bösartigen Tumoren. Deswegen empfiehlt sich in der Regel ein Besuch beim Spezialisten, um sich kurz untersuchen zu lassen und Sicherheit über die Diagnose zu bekommen.

Fistel Chirurg Dr. Florian Wittig München

Abzess oder Fistel?

Der Proktologe und Chirurg Dr. Wittig in München hat täglich mit diesem Krankheitsbild zu tun. Patienten die uns aufsuchen, wissen nur selten was der Unterschied zwischen Abzess und Fistel eigentlich ist.

Eine Fistel ist eine nicht natürlich entstandene röhrenförmige oder röhrennetzartige Verbindung zwischen einem Hohlorgan und einem anderen Organ oder der Körperoberfläche.

Es wird hier unterschieden zwischen einer inneren (heißt, sie liegt komplett im Körperinneren) und äußeren Fistel (mit Verbindung an die Körperoberfläche).

Im Analbereich sind Fisteln häufig. Ursachen sind meistens infizierte Analdrüsen, seltener Morbus Crohn, Divertikulitis oder auch Darmkrebs. Diese Erkrankungen führen durch sich ausbreitende „Eiterstrassen“ zu der Ausbildung von Fistelkanälen. Eine Öffnung der Fistel zur Hautoberfläche in der Afterregion ist anfangs nie vorhanden.

Der Abszeß ist eine Eiteransammlung in einer nicht natürlichen Körperhöhle. Er muß schnell entlastet (aufgeschnitten) werden, damit der Eiter abfliessen kann und die Heilung erfolgen kann.

Die Fistel ist oft ein Restzustand nach Abszeß und kann – abhängig vom Entzündungszustand – entweder sofort oder zu einem späteren Zeitpunkt entfernt werden.

Manchmal zeigt sich eine Fistel auch durch anhaltende Sekretion aus einem Loch, neben dem Darmausgang. Ganz wichtig für die Behandlung der Fistel ist ihr Verlauf durch den Schließmuskel. Dieser kann dadurch in seiner Funktion natürlich beeinträchtigt werden und es benötigt einen erfahrenen Chirurgen, um diese Operation zum Erhalt der Darmmuskulatur durchzuführen.

Wichtig ist die genaue Diagnostik, da Fisteln unterschiedlichste Verläufe am Enddarm nehmen können und manchmal Verzweigungen oder Seitengänge aufweisen.

Die Fistel kann durch verschiedene Operationsmethoden beseitigt werden, entweder durch konventionelle Operation/Resektion, oder durch Implantation eines so genannten Analfistel Plugs, eines „Stöpsels“, der in den Fistelgang eingebracht wird.

Die Operationsmethode mit dem Analfistel Plug ist manchmal schonender, aber die Heilungsquote ist nur bei etwa 40-50%.

Es gibt noch andere Methoden, die noch nicht abschließend beurteilt werden können, wie Laser, Ultraschall, „Kleben“ (mit Fibrin) oder „Klammern“ (OTSC).

 

Lassen Sie sich beraten und stellen Sie Fragen! Es ist Ihr Körper und Ihre Gesundheit.

Bitte beachten Sie, dass die Artikel auf unserem Blog oder unserer Webseite nicht zur Selbstdiagnose geeignet sind. Für eine Diagnose ist immer ein Arztbesuch notwendig.

Für eine Diagnose oder Hilfe bei Abzessen können Sie gerne einen Termin bei uns in der Praxis in München vereinbaren.