Praxis Proktologe und Chirurg München

Analfissur – Akut oder Chronisch ist ausschlaggebend für die richtige Therapie

Analfissuren haben unterschiedliche Ursachen. Oft ist harter Stuhlgang oder Verstopfung aber auch starker Druck bei einer Geburt, oder Hämorrhoiden Ursprung einer Fissur. Diese Einrisse sind Schleimhautriss im Bereich des Afters sind befinden sich meist Richtung Steissbein hin.

Symptome bei einer akuten Fissur sind starke Schmerzen (stechender Schmerz) begleitet von einer schwallartigen hellroten Blutung.

Die Heilungschancen mit konservativen also nicht-operativen Heilungswegen sind bei frischen Analfissuren sehr hoch. So können Salben das Leiden vollständig heilen.

Es besteht auch unter anderem die Möglichkeit Botox in den Schließmuskel zu spritzen.

Der Riss führt durch die Schmerzen oft auch zu einer  Verkrampfung des Schließmuskels und auch zu einem Fehlverhalten bzw. Vermeidungstaktik hinsichtlich des Toilettenganges. Dadurch kommt man leider in einen Teufelskreislauf, da sich der Stuhl wieder verdickt und zum erneuten Einreißen der Schleimhaut führen kann.

Besteht eine Fissur bereits länger als sechs Wochen und hat zu Vernarbungen geführt, spricht man von einer chronischen Fissur.

Symptome: Die chronische Fissur geht einher mit Schmerzen, Verkrampfungen der Schließmuskulatur und wulstigem Narbengewebe, auch Analfibrom oder Analpolyp genannt.

Zudem können sich durch die ständig wieder aufreißende Wunde und dem Wundfluss unter Umständen auch Analekzeme oder sogar Abszesse bilden.

Bei einer chronische Fissur haben Salben oft nicht mehr den gewünschten Heilungseffekt haben und man muss daher auf eine Operation zurückgreifen.

Wichtig für die Heilung und Vermeidung von Fissuren sind Maßnahmen der Stuhlregulierung: Viel nicht alkoholhaltige Flüssigkeit zu sich nehmen, wenig Zucker und  ballaststoffreiche Nahrungsmittel.


Habe ich einen Tumor und Krebs?

Der Begriff „Tumor“ wird oft gleichgesetzt mit Krebs. In Wirklichkeit ist das Wort Tumor nur eine Beschreibung für Wachstum oder eine Schwellung. Ein Tumor kann Krebs sein, ist es aber in der Mehrheit der Fälle nicht.

Vor allem im Enddarmbereich kommt es zu Knotenbildungen aufgrund mannigfacher Ursachen; in den seltensten Fällen handelt es sich tatsächlich um Darmkrebs.

Eine plötzliche Schwellung im Enddarmbereich, die bei vielen Patienten auftritt, ist die häufige Analvenenthrombose, ein Blutgerinnsel in den Venen am Darmausgang. Diese Analvenenthrombose verursacht spannende, drückende Schmerzen und tritt oft nach Pressen, zum Beispiel bei Verstopfung oder auch gerne nach übermäßigem Alkoholgenuss auf. Die Analvenenthrombose ist typischerweise prall zu tasten, verschieblich und mit glatter Oberfläche.

Stark vergrößerte Hämorrhoiden (mindestens Grad II) können zum Beispiel beim Stuhlgang nach außen prolabieren und dann ebenfalls als Tumor zu tasten sein. Im Gegensatz zu oben beschriebenen Analvenenthrombose sind prolabierende Hämorrhoiden weich. Sie nässen, jucken und bluten.

Gelegentlich bilden sich auch Hautfalten am Darmausgang, sogenannte Marisken, infolge der Analvenenthrombosen. Diese Marisken sind manchmal verhärtet, vernarbt und neigen zu Entzündungen. Marisken können auch entstehen aufgrund einer anderen proktologischen Erkrankungen, die sich weiter in der Tiefe, im Darm abspielt, zum Beispiel Analfisteln oder Analfissur. In diesem Falle sind die Marisken überschießendes Narbengewebe, welches durch den Druck am Schließmuskel langsam nach außen wächst.

Warzen am Darmausgang tasten sich hart und Jucken. Häufige Warzen sind Feigwarzen (Condylome); sie werden in der Regel durch Sexualkontakte, in der Sauna oder auch zum Beispiel durch Benutzung des gleichen Handtuchs übertragen. Die auslösenden Keime (humanes Papillomavirus) überleben in Feuchtigkeit.

Bösartige Geschwülste am Darmausgang wachsen langsam, sind oft nicht schmerzhaft und bluten beim Stuhlgang. Sie sind im Gegensatz zur oben beschriebenen Analvenenthrombose von unregelmäßiger, höckeriger Oberfläche und wachsen in die Tiefe des Gewebes, sind deswegen nicht verschieblich.

Auch Ärzte, die nicht häufig proktologische Erkrankungen sehen, verwechseln manchmal Analvenenthrombosen mit Hämorrhoiden oder sogar mit bösartigen Tumoren. Deswegen empfiehlt sich in der Regel ein Besuch beim Spezialisten, um sich kurz untersuchen zu lassen und Sicherheit über die Diagnose zu bekommen.

Fistel Chirurg Dr. Florian Wittig München

Abzess oder Fistel?

Der Proktologe und Chirurg Dr. Wittig in München hat täglich mit diesem Krankheitsbild zu tun. Patienten die uns aufsuchen, wissen nur selten was der Unterschied zwischen Abzess und Fistel eigentlich ist.

Eine Fistel ist eine nicht natürlich entstandene röhrenförmige oder röhrennetzartige Verbindung zwischen einem Hohlorgan und einem anderen Organ oder der Körperoberfläche.

Es wird hier unterschieden zwischen einer inneren (heißt, sie liegt komplett im Körperinneren) und äußeren Fistel (mit Verbindung an die Körperoberfläche).

Im Analbereich sind Fisteln häufig. Ursachen sind meistens infizierte Analdrüsen, seltener Morbus Crohn, Divertikulitis oder auch Darmkrebs. Diese Erkrankungen führen durch sich ausbreitende „Eiterstrassen“ zu der Ausbildung von Fistelkanälen. Eine Öffnung der Fistel zur Hautoberfläche in der Afterregion ist anfangs nie vorhanden.

Der Abszeß ist eine Eiteransammlung in einer nicht natürlichen Körperhöhle. Er muß schnell entlastet (aufgeschnitten) werden, damit der Eiter abfliessen kann und die Heilung erfolgen kann.

Die Fistel ist oft ein Restzustand nach Abszeß und kann – abhängig vom Entzündungszustand – entweder sofort oder zu einem späteren Zeitpunkt entfernt werden.

Manchmal zeigt sich eine Fistel auch durch anhaltende Sekretion aus einem Loch, neben dem Darmausgang. Ganz wichtig für die Behandlung der Fistel ist ihr Verlauf durch den Schließmuskel. Dieser kann dadurch in seiner Funktion natürlich beeinträchtigt werden und es benötigt einen erfahrenen Chirurgen, um diese Operation zum Erhalt der Darmmuskulatur durchzuführen.

Wichtig ist die genaue Diagnostik, da Fisteln unterschiedlichste Verläufe am Enddarm nehmen können und manchmal Verzweigungen oder Seitengänge aufweisen.

Die Fistel kann durch verschiedene Operationsmethoden beseitigt werden, entweder durch konventionelle Operation/Resektion, oder durch Implantation eines so genannten Analfistel Plugs, eines „Stöpsels“, der in den Fistelgang eingebracht wird.

Die Operationsmethode mit dem Analfistel Plug ist manchmal schonender, aber die Heilungsquote ist nur bei etwa 40-50%.

Es gibt noch andere Methoden, die noch nicht abschließend beurteilt werden können, wie Laser, Ultraschall, „Kleben“ (mit Fibrin) oder „Klammern“ (OTSC).

 

Lassen Sie sich beraten und stellen Sie Fragen! Es ist Ihr Körper und Ihre Gesundheit.

Bitte beachten Sie, dass die Artikel auf unserem Blog oder unserer Webseite nicht zur Selbstdiagnose geeignet sind. Für eine Diagnose ist immer ein Arztbesuch notwendig.

Für eine Diagnose oder Hilfe bei Abzessen können Sie gerne einen Termin bei uns in der Praxis in München vereinbaren.